Top- Stadt Sevilla, eitles El Rocio, "Parque Nacional de Donana" und am "Torre del Oro"
Die Strecke führte uns auf leicht welligem Gelände ruhig und unspektakulär bis Sevilla. Allerdings hielten wir nahe Utrera kurz an einem Tankstellengelände an. Nur, weil mich (wie meist gegen Mittag, ein kleiner Hunger plagte; und da esse ich entweder den Rest – so es einen gab – vom Vorabend oder eine Stulle. Diesmal ein gebratenes Hühnerschenkelchen). Das ist deshalb erwähnenswert, weil wir seit Tagen befürchteten, dass unsere Gasflasche in einem wirklich ungünstigem Moment leer gehen würde, zum Beispiel mitten während des Kochvorgangs…
Und jetzt? Zack, mitten in meiner „Mahlzeit“, und nicht günstiger vorstellbar, meldete sich der Kühlschrank, dass er kein „Futter“, in dem Falle Gas, mehr bekommt! Juchu – denn 20 Meter weiter am Eingang der Tankstelle standen Ersatzflaschen, so dass abnabeln, neue kaufen (also voll gegen leer tauschen) und wiederanschließen ein Akt von vielleicht fünf Minuten war. Für die Interessierten: Kosten ein klein wenig mehr als die Hälfte zum Heimatpreis.
Deutlich vor der rund 750000 Einwohner großen Hauptstadt Andalusiens bemerkten wir diese auch. Der Verkehr nahm zu, viel Industrie in den Außenbezirken, und sogar einen kurzen Stau hatten wir zu verzeichnen. Schnell einkaufen für die Tage und dann zu dem ausgesuchten Stellplatz: recht groß, wenig geräumig, mit allem, was man so braucht und die City zu Fuß erreichbar, was letztlich das wesentliche Kriterium war, hierher zu fahren.
23 Grad Celsius sollten uns lachen am ersten Stadttag! Natürlich nur Sonne und ein Traumblau am Himmel! Dafür war Samstag, also eine Menge los. Vielleicht (wahrscheinlich?) ist das auch an Werktagen nicht anders, aber alleine die Warteschlangen vor Alcazar und Kathedrale wären je einen Extra- Bericht Wert!
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| Vor dem Kunstmuseum |
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| Auf dem vollkommen unglaublichen "Plaza Espana" |
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| Die "Überfüllten": oben Alcazar, unten Kathedrale |
Kurzum, wir tippten auf je zwei Stunden Wartezeit und waren froh, die Alhambra in Granada und ein weiteres ähnliches Bauwerk mit der Festung in Malaga schon gesehen zu haben. Und die Kathedrale, nun ja, die war von außen auch wirklich beeindruckend schön…
Überhaupt: wir haben ja inzwischen schon die ein oder andere Stadt gesehen hier und dort, aber Sevilla gehört definitiv zu den sehenswertesten! Was da im historischen Zentrum mit – und dies alles sei nur beispielhaft erwähnt – Marie- Luisen- Park, Alcazar, dem unfassbaren Plaza Espana, Kathedrale, Santa Cruz (dem Judenviertel), Rathaus, Kunstmuseum, der Stierkampfarena (auch nur von außen derzeit zu sehen), dem Goldenen Turm Torre del Oro, der Uni (eine ehemalige Tabakfabrik, die nun wirklich sinnvoll genutzt wird!), Palast San Telmo und etlichem mehr angeboten wird, das ist schon üppig!
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| Oben: Die Stierkampfarena, scheinbar die größte in Spanien und natürlich um diese Zeit ohne "Kämpfe". Unten: Die Universität, ehemals eine Tabakfabrik und jetzt endlich sinnvoll genutzt |
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| Immer hörbar, mit Geduld mal sichtbar: die schönen Grünen |
17 Fußkilometer durchwanderten wir die City, alleine am ersten Tag, und 144 Fotos resultierten daraus…
Wenn jetzt aber einer glaubt, dass das am nächsten Tag etwa weniger wurde, dann kennt er den Waldläufer schlecht! Wobei, es waren tatsächlich nur 16 ½ Kilometer – meine Waden fragten mich abends, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank hätte. Immerhin, ich fotografierte nicht ganz soviel wie am Vortag!
Dafür gönnten wir uns – als der kleine Hunger plagte – ein paar Köstlichkeiten in einer Tapas- Bar. Vollkommen unglaublich war wieder, dass vor dem Kunstmuseum eine Warteschlange von geschätzt 200 Menschen stand. Wir verzichteten, warteten dann etwas später aber in der Schlange an dem mitten in die Stadt gebauten unglaublich futuristischen und irgendwie gar keinen Sinn machenden, aber durchaus interessanten „Metropol Parasol“, um auf den oberen Aussichtspunkt zu gelangen. Aber – logisch – erst, nachdem wir einmal komplett außen herum marschiert waren…
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| Mitten in der Stadt: "Metropol Parasol" |
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| Plaza "Hercules" |
Das so gepriesene Stadtviertel „Triana“ enttäuschte uns ein wenig. Nicht nur, weil es etwas wolkig und kühler war als am Vortag, nein, auch weil zum Beispiel die Markthalle geschlossen war. Am hellen Sonntag! Naja. Dann also doch Tintenfische aus der WOK mit Gemüse am Abend.
Wir überlegten, ob wir noch einen Tag anhängen sollten, hatten aber tatsächlich zumindest von außen alles gesehen, was man so sehen muss, und unser Eindruck von der Stadt war ein sehr guter. Der Beschluss lautete dann auch, dass wir weiter ziehen, mal sehen, wohin, aber jedenfalls in Richtung Küste.
Es ist jetzt mal an der Zeit, eine Lanze für die Sauberkeit in diesem Land zu brechen! Das fiel uns von Anfang an auf. Egal, ob man sich die Straßen und Plätze anschaut oder irgendwelche Toiletten – öffentlich oder in Kneipen oder auf Camping- oder Stellplätzen – Sauberkeit ist augenscheinlich oberstes Gebot und in den jetzt vier Wochen war es immer und überall so!
Wir verließen Sevilla dann früher als erwartet, einfach weil wir früher als gedacht ausgeschlafen hatten. Der grobe Plan war, bis El Rocio zu fahren, um am Folgetag eine Wanderung im Parque Nacional de Donana zu unternehmen. Ein wirklich schönes Städtchen, welches fast an Wildwest erinnert, ohne eine geteerte Straße, aber ein extra- hochnäsiges Völkchen. Parken ja (riesige Flächen, absolut nichts los!), über Nacht stehen nein. Na dann! Da geht’s ja schnell bei mir! Wir haben uns das Dorf angesehen, ein wenig fotografiert und sind dann weiter gefahren.
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| El Rocio: Keine Straße geteert, aber ohne Ende hochnäsig... |
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| Eine hübsche Bleibe, fürs Wochenende zum Beispiel... |
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| Höchst interessant: die "getarnten" Raupen |
Letztlich landeten wir in Matalascanas, einem ehemaligen Fischerdorf am Atlantik, östlich von Huelva. Also ehemaliges Fischerdörfchen, inzwischen lebt hier alles vom Tourismus, und es ist unglaublich groß, wenn auch immer an der Küste entlang. Unser Stellplatz für die Nacht lag dann auch genau dort, am Atlantik, und wir standen da mit etwa zwölf anderen Campervans, deren Fahrer die gleiche Idee hatten.
Ein vollkommener Flop! Also die geplante Wanderung. Knöchel hoch im Sand, außer Dünen nichts zu sehen, nein danke. Umgekehrt war zügig und wir fuhren woanders in den Nationalpark. Und tatsächlich, dort war es dann auch besser. Natürlich ist noch Mitte Februar, und in Sachen Tierbeobachtung beschränkt es sich auf relativ wenige, aber immerhin brütende bzw. erziehende Storchenpaare sahen wir, und kamen auch recht dicht heran. Und wieder einmal war ich sehr froh, dass mein neuer Foto so gute Bilder macht… Sogar die ersten Geckos ließen sich sonnend blicken, was ein bisschen Hoffnung machte, womöglich doch eine Schlange irgendwo zu entdecken, aber es ist echt noch zu kalt nachts für jene.
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| Im Nationalpark "Parque Nacional de Donana" |
Über Nacht suchten wir uns einen Platz irgendwo vor Huelva. Denn diese „gerne mal etwas übel riechende“ (so ein Reiseführer), kaum etwas bietende Industrie- und Chemiestadt wollen wir auslassen, und fanden einen Campingplatz namens „Torre del Oro“. Wow, einen dermaßen großen, clever angelegten Platz, auf dem auch noch nichts (!) – insgesamt sechs Wohnmobile für geschätzt 400 Plätze – los ist, haben wir noch nirgendwo gesehen. Die Saison hat noch nicht begonnen, und offenbar kommen hier vor allem Einheimische her. Schön für uns, so konnten wir in aller Ruhe mal wieder waschen, ich verlor rund eineinhalb Kilo Bart und ruhig war es natürlich auch. Dass sich der „Torre del Oro“, einer von mehreren ehemaligen Wachtürmen der Mauren in diesem Bereich, am Strand direkt vor der Tür befindet, wussten wir natürlich nicht, aber – logisch eigentlich – der Waldläufer fand es zügig heraus.
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| Am "Torre del Oro" |
Wir planen, nach dieser Nacht Huelva links liegen zu lassen und dann die Grenze nach Portugal zu überqueren.
Von dort berichten wir ein andermal unter diesem link. Wir wünschen allen, dass der Frühling bald kommt und es sich jeder bestens gehen lassen kann.
Auf bald, herzliche Grüße,
Marion & Tommy




























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